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Frau am Steuer, Mann am Steuer: Sie & Er über fünf
Dinge, die erkennen lassen, wer fährt.
Männer:
An Hutablagen mit gehäkeltem Schoner für Klorollen
Der Fahrer dieses Wagens ist schon betagteren Baujahrs und würde
vermutlich eher grün wählen, als seiner Ehefrau das Steuer zu überlassen.
Wenn es nach ihm ginge, sollten Frauen ohnehin nicht Autofahren,
geschweige denn wählen dürfen. Bestätigt dürfte sich dieser Mann von einer
Plakataktion fühlen, die derzeit in Berlin für Aufsehen sorgt. "Küche"
steht dort in riesigen schwarzen Lettern auf weißem Hintergrund
geschrieben. Und darunter in kleinerer Schrift: "Edmund Stoiber über die
Zukunft der Frau".
Am Einparken
Männer neigen bekanntlich zu Fehleinschätzungen. Sie meinen, dass
Autofahren und ganz besonders die Kunst des Einparkens sehr viel mit der
genetischen Disposition zu tun haben. Auch er vertrat diese Ansicht, bis
er eines Tages eines Besseres belehrt wurde. Man stelle sich vor: 3000
Quadrameter freie Parkfläche, auf der nur noch ein anderer Wagen stand.
Weil im Leben alles seine Ordnung hat, wollte er neben diesem Auto
einparken. Natürlich nicht, ohne seiner blonden Beifahrerin vorher eine
Kostprobe seiner Fahrkünste zu geben. Schnittig scherte er ein ... das
Geräusch kollidierender Kotflügel sollte ihn Tage später noch im Schlaf
verfolgen.
Am Lichthupengewitter
Eine der ewigen Kriegsschauplätze dieser Welt ist die Autobahn. Männer,
denen im normalen Leben die Grundbegriffe der Zivilisation durchaus
vertraut sind, verwandeln sich auf der Straße in blinkende Zeitbomben. Wer
sich ihnen in den Weg stellt, bekommt die geballte Ladung Lichthupe zu
spüren. Diese Sorte Mann fährt chronisch links, weil 200 PS ja wohl
Legitimation genug sind. Dass sie grob fahrlässig handeln, weisen sie
empört von sich. Männer beschreiben diesen Fahrstil als "sehr bestimmtes
Auftreten."
An Autoaufklebern
"Ich brems auch für Frauen": Vielen, vielen Dank, aber das wird gar nicht
nötig sein. Noch bevor er das Gaspedal betätigen kann, hat sie schon die
Flucht ergriffen. Wenn Männer zu sehr Sprüche klopfen ...
Am tiefer gelegten Manta
Fuchsschwanz, Wolfgang-Petry-Frisur, Friseuse zur Freundin: Klischees über
Mantafahrer sind böse und gemein, aber leider auch berechtigt. Auf die
Frage, ob er im Urlaub war, weil er so braun sei, antwortete der Besitzer
eines solchen Wagens: "Nein, ich hab ausgerechnet, dass eine Dauerkarte
fürs Solarium billiger kommt als eine Woche Mallorca."
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Frauen :
Am unbenutzten Rückwärtsgang
Auf dieser Welt hat nur eine Sorte Parkplatz überhaupt eine
Existenzberechtigung: Der seitlich vorwärts einzufahrende und auch
seitlich vorwärts wieder auszufahrende. Wenn diese Voraussetzungen nicht
erfüllt sind, dann handelt es sich nicht um einen Parkplatz, sondern um
eine vernachlässigbare Lücke. Darum ist es Frauen auch nicht verständlich,
dass ein beleuchteter, dimmbarer, innen beheizter, mit
Wisch-Wasch-Automatik versehener Make-up-Spiegel zur aufpreispflichtigen
Sonderausstattung, der Rückwärtsgang aber zur Grundausstattung gehört.
An der Douglas-Filiale im Handschuhfach
Schon der Versuch ist strafbar. Beifahrer sollten die Finger vom
Handschuhfach lassen. Denn mit Einfach-öffnen,
Gewünschten-Gegenstand-entnehmen, Einfach-schließen ist es bei weitem
nicht getan. Grundsätzlich liegt nach Einfach-öffnen sofort mindestens die
Hälfte des gesamten Handschuhfachinhalts auf dem Schoß des Beifahrers.
Natürlich ergießen sich keine Ersatzglühbirnen, Eiskratzer oder
Fahrtenbücher, sondern Lippenstifte, Teebeutel, Einwegfeuerzeuge,
Salz-und-Pfeffer-Portionsbeutelchen, Lipgloss, Wimperntusche,
Würfelzucker, Kassenquittungen, Wackelelvis und Eau de Toilette-Pröbchen.
Und zwar so viel davon, dass es schier unmöglich erscheint, alles wieder
zurück zu stopfen.
Am Innenspiegelmobile
Frauen behängen gern. Zu Weihnachten Christbäume. Sich mit Schmuck. Und
Innenspiegel mit Krimskrams. Es scheint wahrlich nichts zu geben, was sich
nicht mit einem Bändchen versehen an einem Innenspiegel aufknüpfen ließe.
In manchen Fällen baumelt das Kunstwerk dann derart vehement, dass
Kopfverletzungen nicht ausbleiben. Überraschenderweise ausschließlich beim
Beifahrer. Dann hilft nur eins: Nachts eine Voodoopuppe im Wageninneren
anbringen und ihr dabei die Frauen-Reflexpunkte Hals und Ohrläppchen mit
Nadeln spicken.
Nase an der Frontscheibe
Zwischen Rückenlehne und Lenkrad passen nur Wasser und CD. Und gerade mal
so die Fahrerin. Dafür berührt die Nasenspitze beinahe schon die Scheibe
und misst verlässlich die Außentemperatur. Aber vielleicht gibt es ja für
Frauen auch schon in Dioptrinstärke geschliffene Frontscheiben, die die
Brille überflüssig machen. Die Zehn vor Zehn-Lenkradhaltung für
entspanntes Fahren klappt auch ganz gut. Oder waren da etwa nicht die
Ellbogen mit gemeint, sondern die Hände?
An der Ich-bremse-nur-für-Tiere-Fahrweise
Kleine pelzige Tiere sind niedlich. Kröten ja soooo nützlich.
Entenfamilien einfach total süß. Nacktschnecken ein vollwertiger Teil der
Schöpfung. Da sind Frauen eins mit der Natur und von unerschütterlichem
Sanftmut. Kilometerlange Staus und wütendes Gehupe sind noch lange kein
Grund, um die watschelnde Entenfamilie zur Eile zu drängen oder der Kröte
nicht hilfreich beizuspringen. Aber kaum sind die Frauen zurück im
Straßenverkehr, dann verstehen sie keinen Spaß mehr. Eine falsche Bewegung
eines Fußgängers: Hupkonzerte wie in Italien. Ein freundliches
Männerlächeln aus dem Nachbarauto: Alice Schwarzer im Rambo-Outfit wäre
eine Gesprächstherapeutin dagegen.
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